26a. Grundlohn

Der Grundlohn besteht aus einem fixen Geldbetrag. Vertraglich vereinbarte oder als Lohnbestandteil ausbezahlte Spesen und andere betriebliche Vergünstigungen gehören nicht zum Grundlohn und werden für die Einhaltung des Mindestlohnes nach GAV Holzbau nicht berücksichtigt.

FAQs
Ist die Benutzung eines Firmenfahrzeuges für private Zwecke an den Mindestlohn anrechenbar?

Um den Mindestlohn nach GAV zu erreichen, kann die Benutzung eines Firmenfahrzeuges für private Zwecke durch Mitarbeiter angerechnet werden, sofern diese Nutzung als Teil des AHV-pflichtigen Einkommens auf der Lohnabrechnung ausgewiesen wird. Die Benutzung des Firmenfahrzeuges für private Zwecke ist schriftlich zu vereinbaren. 

26b. Lohnindex

Lohnanpassungen durch Jahresteuerungen gemäss Landesindex für Konsumentenpreise und/oder Kaufkraftanpassungen werden im Modul Lohnindex berücksichtigt. Die Berechnungsgrundlage für Teuerungsanpassungen bilden die durchschnittlichen schweizerischen Marktlöhne der Holzbaubranche, gemäss jährlicher Lohnerhebung durch die Sozialpartner.

26c. Anstellungsfunktion

Die Anstellungsfunktion wird im schriftlichen Einzelarbeitsvertrag gemäss Artikel 3 – 5 geregelt.

FAQs
Müssen mit allen Mitarbeitern schriftliche Arbeitsverträge geschlossen werden?

Ja, ausnahmslos, auch mit Teilzeitbeschäftigten, Praktikanten, Aushilfskräften, mit Lernenden und mit leistungsschwachen Mitarbeitern, für die ein bewilligtes Minderleistungsgesuch vorliegt.

Wie sind Mitarbeiter einzustufen, welche eine Anlehre absolvieren oder absolviert haben?

Wer eine Anlehre absolviert, hat Anspruch auf den Lohn eines Holzbearbeiter-Lernenden EBA im entsprechenden Lehrjahr. Nach abgeschlossener Anlehre fallen die angelernten Mitarbeiter in die Kategorie Holzbearbeiter EBA.

Auf welchen Mindestlohn hat ein Schreiner oder Dachdecker Anspruch?

Ein gelernter Schreiner ist ungeachtet dessen, ob er Zimmermann oder Schreiner eingesetzt wird – höhere Funktionen vorbehalten – als gelernter Zimmermann mit den entsprechenden Erfahrungsjahren einzustufen. Bei der Berechnung der Erfahrungsjahre werden diejenigen Erfahrungsjahre, welche der betreffende Mitarbeiter in der Funktion als Schreiner bzw. als Zimmermann gemacht hat, vollumfänglich angerechnet.

 

Ein gelernter Dachdecker ist ebenfalls als gelernter Zimmermann einzustufen. Bei der Berechnung der Erfahrungsjahre werden jedoch diejenigen Erfahrungsjahre, welche er in der Funktion als Zimmermann gemacht hat, vollumfänglich angerechnet und diejenigen, welche er in der Funktion als Dachdecker gemacht hat, zur Hälfte berücksichtigt. Dabei werden halbe Jahre aufgerundet (z.B. Der Mitarbeiter hat 3 Erfahrungsjahre als Dachdecker. 3:2=1.5, 1.5 wird auf 2 Erfahrungsjahre aufgerundet). Diese Berechnung erfolgt bei Eintritt in einen Holzbaubetrieb. Danach zählen die Erfahrungsjahre während der Anstellung im Holzbaubetrieb voll, unabhängig davon, ob er als Dachdecker oder als Zimmermann eingesetzt wird.

Wie müssen Mitarbeiter in die Kategorien des GAV eingestuft werden?

Die Einstufung eines Mitarbeiters in eine bestimmte Lohnkategorie ist bei Weiterbildungen mit eidgenössischem Abschluss ab Stufe Polier zwingend. Bei der Weiterbildung zum Vorarbeiter (Verbandsausbildung oder eidg. Prüfung) ist neben der erfolgreich bestandenen Prüfung Voraussetzung, dass der Mitarbeitende auch in dieser Funktion beschäftigt wird. Die Grundlage zur Beurteilung bilden der Einzelarbeitsvertrag und die tatsächlich ausgeführte Funktion im Betrieb.

26d. Fortbildung

Der fortbildungsabhängige Lohnbestandteil berücksichtigt branchenanerkannte Kaderausbildungen. Grundlagen bilden erfolgreich bestandene Verbands- oder eidgenössische Berufsprüfungen.

FAQs
Ist bei erfolgreich absolvierter Schulprüfung der Schule eine Einstufung zum Vorarbeiter mit Fortbildung gegeben?

Für eine Einstufung als Vorarbeiter mit Fortbildung werden die bestandene Verbandsprüfung oder eidgenössische Prüfung und die effektive Tätigkeit in dieser Funktion vorausgesetzt. 

Ab wann hat ein Mitarbeiter Anspruch auf eine Einstufung als Polier mit Fortbildung und damit auch Anspruch auf den entsprechenden Mindestlohn?

Nach erfolgreich bestandener Prüfung und Erhalt des entsprechenden Diploms muss ein Mitarbeiter als Polier mit Fortbildung eingestuft werden. In diesem Fall hat er Anspruch auf den entsprechenden Mindestlohn nach GAV Holzbau. 

26e. Berechnung von Erfahrungsjahren

Der erfahrungsabhängige Lohnbestandteil bezieht sich auf die Erfahrungsjahre in einer Funktion, unabhängig von einem Stellenwechsel. Wird die Anstellungsfunktion verändert, beginnt die Erfahrungsbemessung neu. Der Lohnautomatismus bezieht sich ausschliesslich auf die Mindestlöhne. Als vollwertige Erfahrungsjahre gelten Arbeitsverhältnisse von mindestens 1’000 Arbeitsstunden pro Kalenderjahr. Darunterliegende Jahresarbeitsstunden werden nicht als Erfahrungsjahr angerechnet. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Fortbildung oder einer nachträglich erworbenen Berufsausbildung, welche einen Funktionswechsel zur Folge hat, hat der Mitarbeitende unabhängig von der Anzahl seiner Erfahrungsjahre in der neuen Funktion ab dem Zeitpunkt des Funktionswechsels Anspruch auf mindestens denjenigen Lohn, den er in seiner vorherigen Funktion erhielt. In Mischanstellungsverhältnissen, in denen ein Mitarbeitender eine Gesamtarbeitsleistung von mehr als 1’000 Stunden pro Jahr erbringt, wird ihm n allen Funktionen ein Erfahrungsjahr angerechnet, unabhängig vom jeweiligen auf die verschiedenen Funktionen entfallenden prozentualen Anteil der Beschäftigung.

FAQs
Können Erfahrungsjahre bei Arbeitseinsätzen in einer selbständigen Tätigkeit angerechnet werden?

Eine selbständige Tätigkeit führt zu keinem Zuwachs an Erfahrungsjahren. Bei der Bestimmung der Anzahl Erfahrungsjahre gelten nur die geleisteten Jahre in Funktion. 

Wann erhält ein Mitarbeiter ein Erfahrungsjahr?

Jedem Mitarbeiter steht dann ein zusätzliches Erfahrungsjahr zu, wenn er im entsprechenden Kalenderjahr 1’000 Nettostunden als Arbeitszeit geleistet hat, also ohne Berücksichtigung von unbezahltem Urlaub, Militärdienst oder Krankheit. Dies gilt auch für Lehrabgänger, welche 1’000 Arbeitsstunden in der Funktion als Zimmermann im LAP-Jahr leisten konnten. 

Wie sind Mitarbeiter einzustufen, welche eine Anlehre absolvieren oder absolviert haben?

Wer eine Anlehre absolviert, hat Anspruch auf den Lohn eines Holzbearbeiter-Lernenden EBA im entsprechenden Lehrjahr. Nach abgeschlossener Anlehre fallen die angelernten Mitarbeiter in die Kategorie Holzbearbeiter EBA.

Auf welchen Mindestlohn hat ein Schreiner oder Dachdecker Anspruch?

Ein gelernter Schreiner ist ungeachtet dessen, ob er Zimmermann oder Schreiner eingesetzt wird – höhere Funktionen vorbehalten – als gelernter Zimmermann mit den entsprechenden Erfahrungsjahren einzustufen. Bei der Berechnung der Erfahrungsjahre werden diejenigen Erfahrungsjahre, welche der betreffende Mitarbeiter in der Funktion als Schreiner bzw. als Zimmermann gemacht hat, vollumfänglich angerechnet.

 

Ein gelernter Dachdecker ist ebenfalls als gelernter Zimmermann einzustufen. Bei der Berechnung der Erfahrungsjahre werden jedoch diejenigen Erfahrungsjahre, welche er in der Funktion als Zimmermann gemacht hat, vollumfänglich angerechnet und diejenigen, welche er in der Funktion als Dachdecker gemacht hat, zur Hälfte berücksichtigt. Dabei werden halbe Jahre aufgerundet (z.B. Der Mitarbeiter hat 3 Erfahrungsjahre als Dachdecker. 3:2=1.5, 1.5 wird auf 2 Erfahrungsjahre aufgerundet). Diese Berechnung erfolgt bei Eintritt in einen Holzbaubetrieb. Danach zählen die Erfahrungsjahre während der Anstellung im Holzbaubetrieb voll, unabhängig davon, ob er als Dachdecker oder als Zimmermann eingesetzt wird.

Neu können schwächere Lehrabgänger auf Gesuch hin im ersten Jahr nach Lehrabschluss unter gewissen Voraussetzungen (insbesondere Förderplan) zum Lohn eines Holzbau-Arbeiters beschäftigt werden. Wird diese Zeit bei der Berechnung der Erfahrungsjahre als Zimmermann angerechnet?

Die Tätigkeit während des Förderjahres ist für die Berechnung der Erfahrungsjahre als Zimmermann nicht massgeblich. 

Wie sind Wandergesellen einzustufen?

Sofern die effektiven Erfahrungsjahre nicht eindeutig bestimmt werden können, kann für Wandergesellen der Lohn eines Zimmermanns EFZ mit 0 Erfahrungsjahren angewendet werden.

Wie müssen Mitarbeiter in die Kategorien des GAV eingestuft werden?

Die Einstufung eines Mitarbeiters in eine bestimmte Lohnkategorie ist bei Weiterbildungen mit eidgenössischem Abschluss ab Stufe Polier zwingend. Bei der Weiterbildung zum Vorarbeiter (Verbandsausbildung oder eidg. Prüfung) ist neben der erfolgreich bestandenen Prüfung Voraussetzung, dass der Mitarbeitende auch in dieser Funktion beschäftigt wird. Die Grundlage zur Beurteilung bilden der Einzelarbeitsvertrag und die tatsächlich ausgeführte Funktion im Betrieb.